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Foto: Fynn Graebe

Junioren
Freitag, 16.01.2026 13:14 Uhr

Über 100 Eltern beim RWO-Elternabend im Nachwuchszentrum

Großer Andrang im Nachwuchszentrum von Rot-Weiß Oberhausen: Mehr als 100 Eltern und Trainer sowie Gäste und Vertreter der BERGISCHEN KRANKENKASSE folgten der Einladung zum gestrigen Elternabend „Fit ins neue Jahr“ – powered by BERGISCHE KRANKENKASSE – in die evo-Sponsorenkantine des Vereins. Ziel der Veranstaltung, die RWO und die BERGISCHE KRANKENKASSE gemeinsam ausrichteten, war es, Transparenz zu schaffen, Wissen zu vermitteln und den gemeinsamen Dialog rund um moderne Nachwuchsarbeit zu stärken.

Den inhaltlichen Auftakt bildete ein praxisnaher Vortrag zum Thema Ernährung im Nachwuchssport. Julia Klauke Ernährungsexpertin von der BERGISCHEN KRANKENKASSE zeigte auf, wie alltagstaugliche Ernährung junge Sportler in Training, Schule und Regeneration sinnvoll unterstützen kann – ohne Verbote, sondern mit Verständnis und realistischen Ansätzen.

Im Anschluss stellte Michael Strohmeier das Engagement der BERGISCHEN KRANKENKASSE vor und unterstrich die Bedeutung starker Partner für nachhaltige Nachwuchsarbeit. Die Zusammenarbeit gehe dabei bewusst über klassisches Sponsoring hinaus und setze gezielt auf Prävention und Gesundheitsförderung.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der strategischen Ausrichtung der Nachwuchsarbeit bei RWO. Maik Reidermann, administrativer Leiter im Nachwuchszentrum, gab einen Rückblick auf das Jahr 2025, erläuterte sportliche Schwerpunkte sowie die Ziele für 2026 und erklärte transparent die Talentförderlogik des Vereins – von Sichtung und Entwicklung bis hin zu Feedbackstrukturen. Besonders hervorgehoben wurde die klare Haltung zur Elternrolle: Unterstützung und Emotion ja, Coaching von außen nein.

Einen besonderen Akzent setzte das Interview mit Marcel Landers, Oberhausener Urgestein und langjähriger Kenner des regionalen Nachwuchsfußballs. Marcel Landers durchlief alle Jugendmannschaften von Rot-Weiß Oberhausen, schaffte anschließend den Sprung in den Profikader, stieg mit RWO in die Regionalliga auf und stand später sogar in der 2. Bundesliga auf dem Platz. 

In einem moderierten Interview sprach er offen über die Wege in den Profifußball, die hohen Anforderungen und die Realität, dass es am Ende nur wenige bis ganz nach oben schaffen.

Landers machte deutlich, dass Talent zwar wichtig sei, aber längst nicht ausreiche. Entscheidende Faktoren seien Durchhaltevermögen, mentale Stabilität, die richtige Einstellung sowie ein unterstützendes Umfeld aus Verein, Trainern und Eltern. Gleichzeitig warnte er vor zu frühem Druck und unrealistischen Erwartungen – stattdessen plädierte er für eine ganzheitliche Ausbildung, die den Menschen hinter dem Spieler in den Mittelpunkt stellt.

Mit dem Beitrag von Harald Schwab, pädagogischer Leiter im Nachwuchszentrum, zum Thema Kinderschutz und mentale Gesundheit wurde ein zentrales Fundament der Vereinsarbeit thematisiert. Das vorgestellte Kinderschutzkonzept verdeutlichte, dass psychische Stabilität und ein sicheres Umfeld ebenso wichtig sind wie sportliche Inhalte.

Ergänzend beleuchtete Daniel Pyszny, Projektmitarbeiter bei RWO, das Thema ADHS im Fußball. Dabei ging es nicht nur um Herausforderungen, sondern vor allem um Chancen: Sport könne Struktur geben, Selbstwirksamkeit fördern und positive Entwicklungsprozesse ermöglichen – vorausgesetzt, Kinder werden verstanden und individuell begleitet.

Zum Abschluss nutzten viele Eltern die Gelegenheit zum offenen Austausch. In der Fragerunde entwickelte sich ein konstruktiver Dialog auf Augenhöhe, der den Anspruch der Veranstaltung unterstrich: Gute Nachwuchsarbeit lebt vom Miteinander.

„Der große Zuspruch zeigt, wie wichtig der Austausch zwischen Verein, Eltern und Partnern ist. Unser Anspruch ist es, transparent zu arbeiten, Vertrauen zu schaffen und gemeinsam die bestmöglichen Rahmenbedingungen für unsere Nachwuchsspielerinnen und -spieler zu gestalten“, betonte René Thiehoff, Leiter Vertrieb bei Rot-Weiß Oberhausen, der durch den Abend führte.

Das Fazit des Abends: Es geht nicht darum, aus jedem Kind einen Profi zu machen – sondern jedem Kind die bestmögliche Entwicklung zu ermöglichen. Der große Zuspruch zeigt, dass dieser Weg von Eltern, Verein und Partnern gemeinsam getragen wird.