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Dienstag, 18.08.2026 17:06 Uhr

Kuck ma zurück: Das erste Bundesligator der Kleeblätter

„Kuck ma zurück" heißt das neue redaktionelle Format der Kleeblätter, das regelmäßig spannende Stories aus der Geschichte von Rot-Weiß Oberhausen erzählt und dabei Erinnerungen an große Spiele, besondere Momente und prägende Figuren weckt. In diesem Beitrag blicken wir zurück auf das erste Bundesligator der Kleeblätter.

Am 16.8.1969 wurde im Stadion Niederrhein erstmals um Bundesligapunkte gekämpft. Sechs Jahre lang hatten die Kleeblätter auf diesen Moment gewartet, seit der Gründung der Bundesliga 1963 war der Aufstieg ins Oberhaus das große Ziel. Nun war es endlich soweit: Mit Eintracht Frankfurt gastierte am Samstagnachmittag ein echtes Kaliber an der Lindnerstraße.

Die Hessen reisten unter Trainer Erich Ribbeck mit geballter Prominenz an. Mit Jürgen Grabowski, Fahrudin Jusufi, Wilhelm Huberts und Friedel Lutz standen vier Nationalspieler im Aufgebot der Gäste. Die 22.000 Zuschauer im Stadion Niederrhein ließen sich davon aber nicht einschüchtern. Im Gegenteil: Da RWO seit gut zwei Jahren zu Hause ungeschlagen war, herrschte auf den Rängen große Zuversicht, als die Mannschaft in ihren rot-weißen Trikots den Rasen betrat. Um 15:30 Uhr gab der Schiedsrichter die Partie frei und das erste Bundesligaspiel auf Oberhausener Boden lief.

Lange warten mussten die Fans auf den ersten Höhepunkt nicht. Bereits in der dritten Minute zog Dieter „Tex" Hentschel ab, Frankfurts Dieter Lindner fälschte den Ball unhaltbar für den fliegenden Zahnarzt Doktor Peter Kunter ab und das erste Bundesligator der Vereinsgeschichte war perfekt. Die frühe Führung spielte den Hausherren in die Karten, die zunächst wenig zuließen. Ab der 25. Minute erhöhte die Eintracht jedoch den Druck und nur dank einiger Glanzparaden von Wolfgang Scheid blieb die Führung vorerst bestehen. In der 38. Minute schlug Frankfurt dann doch zu: Bernd Hölzenbein verlängerte eine Flanke von Grabowski aus spitzem Winkel per Kopf ins Netz.

Die Antwort der Kleeblätter folgte direkt nach der Pause. Rainer Laskowsky schickte Hugo Dausmann in der 48. Minute auf die Reise und der Neuzugang aus Pirmasens hämmerte den Ball zum 2:1 in die Maschen. Danach übernahm RWO endgültig das Kommando. Während den Gästen zusehends die Kräfte schwanden, drängten die Oberhausener auf den dritten Treffer. Der fiel in der 86. Minute: Franz Krauthausen brachte einen Freistoß in den Strafraum, wo Hans Fritsche per Kopf zum 3:1-Endstand vollendete.

Den perfekten Bundesliga-Einstand feierten die Rot-Weißen anschließend in der Vereinskneipe „Fritz am Altmarkt", wo erstmals in der Oberhausener Bundesligazeit die legendäre rote Lampe im Fenster leuchtete und allen Vorbeikommenden einen Sieg der Kleeblätter verkündete.

Rot Weiß-Oberhausen: Scheid – Wilbertz, Hentschel, Dick, Ohm – Fröhlich, Kobluhn, Brozulat – Karbowiak (46. Laskowsky), Dausmann (80. Fritsche), Krauthausen – Trainer: Preißler

Eintracht Frankfurt: Dr. Kunter – Wirth, Huberts, Lindner, Schämer – Hölzenbein, Kalb, Jusufi – Lindemann (81. Heese), Nickel, Grabowski – Trainer: Ribbeck

Schiedsrichter: Horst Herden (Hamburg)

Tore: 1:0 Hentschel (3.), 1:1 Hölzenbein (38.), 2:1 Dausmann (48.), 3:1 Fritsche (86.)

Zuschauer: 22.000

Ein besonderer Dank gilt Peter Seiwert, dessen Buch „Bundesliga – unsere besten Jahre. Rot-Weiß Oberhausen Chronik 1969–1973" die Grundlage für diesen Beitrag bildet und ein wahrer Schatz für alle RWO-Fans ist.