Kuck ma zurück: Der Wahnsinnsabend gegen Schalke 04
„Kuck ma zurück" heißt das redaktionelle Format der Kleeblätter, das regelmäßig spannende Stories aus der Geschichte von Rot-Weiß Oberhausen erzählt und dabei Erinnerungen an große Spiele, besondere Momente und prägende Figuren weckt. In diesem Beitrag blicken wir zurück auf ein wahnsinniges Spiel gegen den FC Schalke 04.
August 1983: RWO ist gerade in die 2. Bundesliga aufgestiegen und beim zweiten Heimspiel der Saison 1983/84 kommt der große FC Schalke 04, frisch aus der Bundesliga abgestiegen und mit teurem Kader auf den direkten Wiederaufstieg programmiert. Rot-Weiß Oberhausen fiebert diesem Duell entgegen: Bereits eine Woche vorher sind 6.000 Tickets verkauft, am 19. August 1983 platzt das Stadion Niederrhein mit 22.000 Zuschauern dann aus allen Nähten. Eine Kulisse, wie sie es zuletzt Anfang der 70er-Jahre gegeben hatte, als die Rot-Weißen selbst noch erstklassig spielten.
Was folgt ist ein Spiel, von dem in Oberhausen noch Jahrzehnte später erzählt wird. Beide Teams gehen von Beginn an volles Tempo. Hans-Joachim Abel bringt die Königsblauen per Strafstoß früh in Führung (8.), doch die Antwort lässt nur drei Minuten auf sich warten: Wolfgang Funkel nutzt einen Patzer von Schalkes Torhüter Walter Junghans und köpft den Ausgleich. Als Michael Opitz die Gäste in der 21. Minute erneut in Front bringt, scheinen sich die favorisierten Gäste durchzusetzen. Aber wieder ist es Funkel, der nach einer Ecke von Hans-Jürgen Wloka am höchsten steigt, während Schalker Abwehr orientierungslos durch den eigenen Strafraum irrt: 2:2 (30.).
Und dann kommt der Moment, der bis heute nachhallt. Wolfgang Pache trickst im Eiltempo drei Schalker aus, ist fast an der Torauslinie, überwindet dennoch Junghans mit einem tollen Flachschuss zum 3:2. RWO ist absolute Klasse in dieser Spielphase. „Wann hat es so ein hervorragendes Spiel zuletzt im Stadion Niederrhein gegeben?", schwärmte WAZ-Redakteur Edmund Koch am Tag danach.
Foto: RWO Archiv
Der zweite Durchgang wird zur Abwehrschlacht. Schalkes Trainer Dieter Ferner wirft mit Volker Abramczik und Hubert Clute-Simon alles nach vorne, im Oberhausener Strafraum brennt es lichterloh. „Die Fans standen auf den Bänken, trampelten vor Begeisterung mit den Füßen, brüllten und schrien", hielt die Bild-Zeitung fest. Lange halten die Kleeblätter stand, ehe ein Ballverlust von Michael Brocker sieben Minuten vor Schluss doch noch den Weg zum 3:3 durch Clute-Simon ebnet.
Dem Stolz tut das keinen Abbruch. „Wir hatten mehr drauf als die Fünf-Millionen-Truppe der Schalker", stellte Präsident Hermann Schulz hinterher selbstbewusst fest. Die BILD titelte: „Toller Kampf! Ein Wahnsinnsspiel!" Und die WAZ fasste zusammen: „Da stimmte einfach alles. Publikum, Spiel, Ergebnis, Wetter. Ein Abend, der an vorderster Stelle in die Oberhausener Fußballgeschichte eingehen wird und zu den Raritäten im Niederrheinstadion gehört." Kein Wunder, dass die 90-Minuten-Aufnahme dieser Partie unter den Fans bis heute Kultstatus genießt.
Rot-Weiß Oberhausen: Kieselmann – Brocker, Degen, Funkel, Quabeck, Wirtz (60. Albrecht) – Bartel, Montelett, Allig – Pache, Wloka (74. Schneider)
FC Schalke 04: Junghans – Dietz, Drexler, Jakobs, Kruse, Stichler (68. Clute-Simon) – Dierßen, Opitz, Thon (60. Abramczik) – Abel, Täuber
Schiedsrichter: Herbert Eli
Tore: 0:1 Abel (8.), 1:1, 2:2 Funkel (11., 30.), 1:2 Opitz (21.), 3:2 Pache (34.), 3:3 Clute-Simon (83.)
Zuschauer: 22.000
Ein besonderer Dank gilt Peter Seiwert, dessen Buch „Das Kleeblatt blüht weiter. Rot-Weiß Oberhausen Chronik 1973–2009" die Grundlage für diesen Beitrag bildet und ein wahrer Schatz für alle RWO-Fans ist.
Am Donnerstag, 24. September 2026, um 19 Uhr kommt es im Stadion Niederrhein zur Neuauflage dieses Klassikers: Dann ist der FC Schalke 04 zum Testspiel bei den Kleeblättern zu Gast. Tickets für die Partie können wie gewohnt an allen Vorverkaufsstellen und natürlich online im Ticketshop erworben werden.
