„Der Kampf geht weiter" – Reformprozess noch nicht beendet
Am Montagabend haben die Vereine aller fünf Regionalligen über die Zukunft des viertklassigen deutschen Fußballs abgestimmt, mit einem Ergebnis, das auch bei Rot-Weiß Oberhausen als klares Signal verstanden wird.
Zur Wahl standen zwei Reformmodelle: das Kompassmodell mit vier nach Fahrtstrecken und Derbystrukturen gebildeten Staffeln (Nord, West, Süd, Ost) sowie das Regionenmodell, das ebenfalls vier Staffeln vorsieht, dabei aber die bisherige Regionalliga Nordost aufteilen würde.
Das Votum fiel deutlich aus: 95,6 Prozent aller teilnehmenden Vereine sprachen sich grundsätzlich für eine Reform aus. Das Kompassmodell setzte sich mit 50,9 Prozent klar durch, vor dem Regionenmodell (23,3 Prozent) und dem Vorschlag zur Erarbeitung weiterer Modelle (21,4 Prozent). Für den Erhalt des Status quo stimmten nur 4,4 Prozent. Im Westen, und damit für RWO besonders relevant, votierten 60,9 Prozent der Vereine für das Kompassmodell.
Vorausgegangen war eine turbulente Debatte. Kurzfristig hatten die Verbände eine veränderte Fassung mit 18 statt 20 Mannschaften pro Staffel sowie die Bedingung vorgelegt, dass eine Reform nur bei Mehrheiten in allen Regionen greifen könne. Nach heftiger Kritik, unter anderem von der Initiative „Aufstiegsreform2025", und der Ankündigung mehrerer Vereine, sich an einer Abstimmung über dieses veränderte Modell nicht zu beteiligen, lenkten die Verbände ein. Abgestimmt wurde letztlich über das ursprüngliche Kompassmodell mit vier 20er-Staffeln.
RWO-Vorstandsvorsitzender Uhlig: „Der Kampf geht weiter."
Für Rot-Weiß Oberhausen war das Ergebnis ein wichtiger Etappensieg. Vorstandsvorsitzender Marcus Uhlig ordnet die Abstimmung so ein: „Unser Kampf für das Kompass-Modell in der Version mit 20 Mannschaften hat sich gelohnt, wir danken allen Vereins- und auch den Verbandsvertretern für eine konstruktive Veranstaltung mit einem am Ende bestmöglichen Ergebnis. Scheinbar gibt es aber keine Einstimmigkeit in allen fünf Regional-Verbänden, so dass wir jetzt abwarten müssen, wie es in der Lösung der größten Ungerechtigkeit im deutschen Fußball weitergeht. Die Westvereine haben in jedem Fall ihre Hausaufgaben gemacht, was uns extrem freut. Der Kampf geht weiter."
Mit dem bundesweiten Votum ist der Reformprozess noch nicht abgeschlossen. Nun liegt es an den zuständigen DFB-Gremien, die Ergebnisse auszuwerten und die nächsten Schritte festzulegen. Für RWO und die anderen Westvereine bleibt die Marschrichtung nach den Worten Uhligs klar: weiter für eine gerechtere Regionalliga-Struktur einzutreten.
