Last-Minute-Wahnsinn: Rot-Weiß schlägt Königsblau mit 3:2
Rot-Weiß Oberhausen hat das Spiel gegen die U23 des FC Schalke 04 am 8. Spieltag der Regionalliga West mit 3:2 (1:1) in buchstäblich letzter Sekunde gewonnen.
Oberhausen war von Beginn an überlegen und das nicht nur wegen des 12. Mannes auf den Rängen. Bereits nach vier Minuten hatte Burinyuy Nyuydine die erste Chance, doch sein Versuch mit der Hacke nach Pass von Nils Winter ging knapp links vorbei.
Drei Minuten später hatten die Oberhausener Fans den Torschrei schon auf den Lippen: Luca Schlax eroberte den Ball am Sechzehner. Das Leder kam zu Timur Kesim und sein Schuss konnte von Schalkes Keeper Johannes Siebeking an den Pfosten gelenkt werden.
Die Kleeblätter machten weiter Druck und hatten nach zehn Minuten die nächste gute Chance. Arda Süne suchte im Sechzehner den Abschluss, jedoch war Siebeking erneut zur Stelle. Wenn etwas bei den Gästen ging, dann meist nach ruhenden Bällen, jedoch war Keeper Nicolas Glaus stets zur Stelle und ließ auf der Linie nichts anbrennen.
In der 21. Minute gab es den nächsten Alu-Treffer der Kleeblätter: Nyuydine setzte sich sehenswert durch, indem er seinen Gegenspieler überlupfte und in die Mitte zu Tim Böhmer flankte. Der Volley des Verteidigers klatschte jedoch an den Pfosten. Eine Minute später drang Kesim mit Tempo in die Schalker Box ein und schoss die Kugel knapp rechts am Tor vorbei.
Nach einer guten halben Stunde wurden die Schalker brandgefährlich: Edion Gashi setzte zum Dribbling an und kam im Strafraum zum Abschluss. Keeper Glaus reagierte ganz stark und wehrte den Versuch zur Ecke ab.
Oberhausen blieb weiter am Drücker, jedoch gingen die Schalker in der 39. Minute nach einem missglückten Rückpass per Kopf von Böhmer, der trotzdem ein klasse Spiel machte, in Führung.
Kurz vor der Halbzeit gelang den Kleeblättern der sehenswerte Ausgleich. Kesim nahm einen Freistoß aus 20 Metern direkt und traf zum 1:1. Siebeking war zwar noch am Ball, jedoch konnte der Schalker Schlussmann den Einschlag nicht verhindern.
Last-Minute-Wahnsinn in Oberhausen
Zu Beginn der zweiten Halbzeit kamen beide Teams unverändert aus der Kabine. Rund acht Minuten nach Wiederanpfiff hatte RWO die nächste gute Möglichkeit. Nach Flanke von Süne kam Kesim zum Kopfball, aber das Leder ging über den Kasten. Drei Minuten später hatte Kesim die Doppelchance: Den ersten Schuss wehrte Siebeking stark ab, der zweite Versuch wurde abgefälscht.
Auch die Gäste hatten in der 66. Minute wieder eine Gelegenheit: Nachdem Wesley Krattenmacher per Steilpass in die Spitze geschickt wurde, traf er nur das Außennetz. Kurz darauf kamen Joel Vega Zambrano und Lucas Halangk für Süne und Winter in die Partie. Vega Zambrano hatte auch gleich die Chance, jedoch war sein Abschluss nach Ablage von Nyuydine zu zentral und somit kein Problem für den Torhüter.
In der 75. Minute gingen die Schalker erneut in Führung: Nach einem Fehler in der Oberhausener Abwehr hatte Jean Paul Ndiaye auf einmal freie Bahn, tauchte frei vor Glaus auf und verwandelte in die untere linke Ecke zum 1:2. In der Schlussphase reagierte Oberhausens Trainer Sebastian Gunkel erneut und brachte mit Travis de Jong und Yannik Möker für Nyuydine und Schlax zwei frische Kräfte ins Spiel.
Kurz vor Schluss machten die Schalker beinahe alles klar: Vincenzo Onofrietti wurde von seinem Mitspieler auf die Reise geschickt. Keeper Glaus blieb jedoch cool und behielt in der Eins-gegen-eins-Situation die Oberhand.
In der 90. Minute feierte Justus Henke sein Debüt vor heimischer Kulisse, jedoch sah zu diesem Zeitpunkt alles nach der zweiten Heimniederlage für die Kleeblätter aus. Dann nahm der Wahnsinn seinen Lauf.
In der 4. Minute der Nachspielzeit sprang ein langer Ball von Glaus einem Schalker an die Hand. Es gab Elfmeter für Oberhausen und Kesim verwandelte eiskalt mithilfe des linken Pfostens. Doch es war noch nicht Schluss: Mit der buchstäblich letzten Aktion setzte sich Vega Zambrano am Strafraum durch und überwand den gegnerischen Keeper per Lupfer. Die Oberhausener Fans kannten kein Halten mehr und feierten durch diesen Last-Minute-Erfolg den vierten Sieg in Serie.
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