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Mittwoch, 16.09.2026 12:27 Uhr

Kuck ma zurück: Der Abend, an dem die Gladbach-Serie riss

„Kuck ma zurück" heißt das redaktionelle Format der Kleeblätter, das regelmäßig spannende Stories aus der Geschichte von Rot-Weiß Oberhausen erzählt und dabei Erinnerungen an große Spiele, besondere Momente und prägende Figuren weckt. In diesem Beitrag blicken wir zurück auf das DFB-Pokal-Viertelfinale zwischen Rot-Weiß Oberhausen und Borussia Mönchengladbach.

2. Dezember 1998: Dass an diesem Mittwochabend eine Serie zu Ende gehen würde, stand schon vor dem Anpfiff fest. Offen war nur, welche. Gegen Borussia Mönchengladbach hatten die Kleeblätter noch nie ein Pflichtspiel gewonnen, alle acht Duelle aus der Bundesligazeit waren verloren gegangen. Auf der anderen Seite stand eine beachtliche Bilanz: Seit Aleks Ristic in Oberhausen das Traineramt übernommen hatte, war RWO in acht Pflichtspielen ohne Niederlage geblieben.

Lipinski rettet zweimal auf der Linie

Die Stadt hatte das Stadion für 22.000 Besucher zugelassen. Der Verein brachte trotzdem nur 19.500 Karten in den Verkauf, damit die Fans in den Kurven einigermaßen bequem stehen konnten. Die letzten Tickets gingen erst wenige Stunden vor dem Spiel über die Ladentheke. Ausverkauft war die Hütte zuletzt mehr als 15 Jahre zuvor beim 3:3 gegen Schalke gewesen.

Um 19:30 Uhr rollte der Ball. Beide Mannschaften gingen vorsichtig zu Werke, Oberhausen hatte zwar mehr vom Spiel, echte Chancen blieben aber Mangelware. Das änderte sich nach der Pause. In der 52. Minute tauchte Toni Polster vor Christoph Müller auf. Oberhausens Schlussmann klärte mit dem Fuß. Keine vier Minuten später war Müller bereits geschlagen, doch Jörg Lipinski rettete gleich zweimal auf der Linie, der Ball strich dabei noch am Pfosten entlang.

Toborg zaubert, Weber vollendet

In der 72. Minute steckte Carsten Pröpper den Ball in die Gasse, Lars Toborg startete durch und schob ihn unter Robert Enke, dem späteren Nationaltorhüter, hindurch zum umjubelten 1:0. Genau zehn Minuten später fiel die Entscheidung. Toborg tanzte parallel zur Strafraumgrenze drei Gladbacher aus und spielte aus der Drehung einen ebenso genialen wie verrückten Pass auf den völlig freien Achim Weber. Der zielte ins lange Eck und traf mit seinem sechsten Pokaltor zum 2:0-Endstand. Am Ende sollte sich Weber die Torjägerkrone im DFB-Pokal 1998/99 sichern.

Glückwünsche bis nach China

Glückwünsche kamen aus der ganzen Republik. Auch RWO-Fan Peter Heidenreich, der in Berlin lebte und seit Jahren mit einem Oberhausener Schal in der Heckscheibe durch die Hauptstadt fuhr, meldete sich am Tag danach per Fax: „Wildfremde Menschen gratulieren mir hier! Oberhausen ist wieder wer!" Selbst die „China Daily" hob den Erfolg auf die Titelseite ihres englischsprachigen Sportteils, bebildert mit dem jubelnden Weber.

Rot-Weiß Oberhausen: Müller – Hopp, Ciuca, Quallo – Lipinski, Luginger, Arens, Pröpper, Bieber (84. Judt) – Toborg, Weber (90. Rus) – Trainer: Aleksandar Ristic

Bor. Mönchengladbach: Enke – Paßlack, Sopic, Klinkert – Schneider, Wynhoff (74. Feldhoff), Ketelaer, Witeczek, Hagner – Polster, Pettersson – Trainer: Rainer Bonhof

Schiedsrichter: Lutz Michael Fröhlich

Tore: 1:0 Toborg (71.), 2:0 Weber (80.)

Zuschauer: 19.000

Ein besonderer Dank gilt Peter Seiwert, dessen Buch „Das Kleeblatt blüht weiter. Rot-Weiß Oberhausen Chronik 1973–2009" die Grundlage für diesen Beitrag bildet und ein wahrer Schatz für alle RWO-Fans ist.

Am Samstag, 19. September 2026 (14 Uhr), kommt es im Stadion Niederrhein erneut zum Aufeinandertreffen zwischen den Kleeblättern und den Fohlen, wenn die U23 von Borussia Mönchengladbach zum 9. Spieltag der Regionalliga West zu Gast ist. Tickets für die Partie können wie gewohnt an allen Vorverkaufsstellen und natürlich online im  Ticketshop erworben werden.

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