Meister müssen aufsteigen: RWO setzt Zeichen bei Topspiel
Am 18. Dezember entscheidet ein Außerordentlicher DFB-Bundestag über die Zukunft der Regionalliga. Rot-Weiß Oberhausen unterstützt die Initiative „Aufstiegsreform 2025“ und bezieht vor dem Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund II klar Stellung: Die Mannschaft läuft am Samstag in Shirts mit der Aufschrift „MEISTER MÜSSEN AUFSTEIGEN“ ein.
Fünf Regionalligen, fünf Meister, aber nur vier Aufstiegsplätze in die 3. Liga. Diese Rechnung geht seit Jahren nicht auf. Jede Saison müssen zwei Meister in der Relegation gegeneinander antreten, einer von beiden bleibt trotz Titel in der Viertklassigkeit. In dieser Spielzeit trifft es turnusgemäß die Staffeln Nord und Bayern. Wie bitter das sein kann, musste zuletzt der 1. FC Lok Leipzig erfahren, der zweimal in Folge in der Aufstiegsrelegation scheiterte.
Breites Bündnis von der Bundesliga bis zur Oberliga
Genau hier setzt die Initiative „Aufstiegsreform 2025“ an. Im Februar 2025 von Klubs aus dem Nordosten in Chemnitz ins Leben gerufen, wird sie inzwischen von über 70 Vereinen von der Bundesliga bis zur Oberliga getragen. Auch Rot-Weiß Oberhausen hat sich dem Bündnis angeschlossen und gehört zu den Stimmen aus dem Westen, die sich seitdem für eine faire Lösung stark machen. Die zentrale Forderung ist so einfach wie nachvollziehbar: Meister müssen aufsteigen.
Das Kompassmodell: Vier Staffeln, vier Meister, vier Aufsteiger
Favorit der Initiative ist das sogenannte Kompassmodell. Es sieht vor, die Regionalliga von fünf auf vier Staffeln mit jeweils 20 Mannschaften zu verkleinern. Die Staffeln würden jede Saison nach geografischen Gesichtspunkten neu zusammengestellt, jeder Meister stiege direkt in die 3. Liga auf. Die Saison 2027/28 wäre als Qualifikationssaison angelegt, die viergleisige Regionalliga würde ab 2028/29 an den Start gehen. Die Trägerschaft der Regionalliga soll dann beim DFB liegen.
In den regionalen Abstimmungen im Juni erhielt das Kompassmodell bundesweit mit 50,6 Prozent die meisten Stimmen. Im Westen sprachen sich 60,9 Prozent der Klubs dafür aus, ähnlich deutlich fielen die Ergebnisse im Norden und Nordosten aus. Im Südwesten votierte dagegen eine klare Mehrheit für das alternative Regionenmodell, eine gemeinsame Lösung kam deshalb nicht zustande.
Entscheidung am 18. Dezember
Nun soll das höchste Gremium des Verbandes entscheiden. Das DFB-Präsidium hat im September die Vorbereitung eines Außerordentlichen DFB-Bundestags am 18. Dezember 2026 auf den Weg gebracht, Grundlage der Anträge ist das Kompassmodell. DFB-Präsident Bernd Neuendorf machte dabei deutlich: „Die Aufstiegsregelung muss jetzt gelöst werden.“
Haltung zeigen im Spitzenspiel
Für die Kleeblätter ist das Thema keine Frage des eigenen Vorteils. Dass der Westen jedes Jahr einen direkten Aufstiegsplatz stellt, ändert nichts an der Überzeugung, dass ein sportlich errungener Titel in jeder Staffel denselben Wert haben muss.
Deshalb nutzt RWO die größtmögliche Bühne: Am Samstag (7. November, 14 Uhr) empfängt der Tabellenführer im Stadion Niederrhein den Tabellenzweiten Borussia Dortmund II. Mit 37 Punkten gehen die Kleeblätter mit drei Zählern Vorsprung in das Spitzenspiel. Beim Einlaufen tragen die Spieler Shirts mit der Botschaft „MEISTER MÜSSEN AUFSTEIGEN“ und setzen damit sechs Wochen vor dem DFB-Bundestag ein deutliches Zeichen für das Kompassmodell.
„Wir sind noch lange nicht am Ziel“
„Wir als Rot-Weiß Oberhausen kämpfen an vorderster Front für einen gerechteren Fußball und eine Reform des Aufstiegs“, sagt Marcus Uhlig, Vorstandsvorsitzender der Kleeblätter. „Auch wenn wir schon viel erreicht haben, sind wir noch lange nicht am Ziel. Wir werden nicht müde zu sagen: Meister müssen aufsteigen. Mit der Shirt-Aktion gegen den BVB II wollen wir unsere Position noch einmal deutlich machen.“
Unterstützt die Aufstiegsinitiative
Auch ihr könnt zeigen, wofür ihr steht: Das T-Shirt „Aufstiegsreform“ mit der Botschaft „MEISTER MÜSSEN AUFSTEIGEN“ gibt es im Fanshop des Chemnitzer FC.
