Justus Henke im Interview: „Gefühlsmäßig war das krass“
Am Deadline Day wechselte Justus Henke vom FC Gütersloh zu Rot-Weiß Oberhausen. Bei seinem Debüt gegen den FC Schalke 04 II kam der Innenverteidiger in der 90. Minute als zusätzlicher Stürmer und hatte direkt Anteil am späten 3:2-Sieg. Vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Bocholt am Samstag (10. Oktober, 14 Uhr, Stadion Niederrhein) spricht er über seine Zeit in Oberhausen, bekannte Gesichter im Kader und seine Stärken auf dem Platz.
Justus, du bist am Deadline Day gekommen und hast bereits eine Wohnung in Oberhausen. Wie würdest du deine erste Zeit bei RWO beschreiben?
Sehr positiv. Ich bin gut angekommen und wurde echt gut aufgenommen. Ich habe es schon öfter gesagt: Die Qualität in der Mannschaft ist super, wir haben eine große Breite im Kader. Ich hatte jetzt meine ersten Einsätze, sowohl in der Liga als auch im Pokal und beim Testspiel gegen Schalke dann auch mehr Minuten. Das war für mich persönlich wichtig, um wieder die Spielfitness zu bekommen, die ich wegen der Vereinssuche und Verletzungen in der letzten Saison länger nicht hatte. Ich fühle mich richtig fit und echt wohl. So kann es weitergehen.
Du hast früher in Paderborn gespielt. Mit Travis de Jong, Tim Böhmer und Joel Vega Zambrano gibt es im Kader einige Spieler, die du schon kanntest. Wie war das Wiedersehen?
Böhmi kannte ich eher als Gegenspieler. Wir kommen gebürtig ungefähr aus der gleichen Ecke. Travis kannte ich vorher schon, er kam in Paderborn in die U21 hoch, auf dem Platz hatten wir aber wenig miteinander zu tun. Mit Vega habe ich ein paar Spiele zusammen gemacht, aber nicht viele. Er ist ein paar Jahre jünger und ich kam zu der Zeit gerade erst aus einer Verletzung zurück. Ein paar kannte ich also vorher, lange zusammengespielt habe ich aber mit keinem. Das sind alles gescheite Jungs und alle nett.
Dein Debüt hast du beim Last-Minute-Sieg gegen Schalke II gegeben. Der Trainer hat dich als Mittelstürmer gebracht und dein Kopfball in den Strafraum führte zum Handelfmeter, der den unfassbaren Sieg ins Rollen gebracht hat. Wie hast du dich dabei gefühlt?
Es zählt leider nicht als Assist, wenn man einen Handelfmeter rausholt. Ich hätte gerne einen gehabt, aber dafür gibt es leider keinen. Dass man einen gewissen Anteil beitragen kann, ist natürlich toll. Ich hätte mich aber genauso gefreut, wenn ich reingekommen wäre, nicht einmal den Ball berührt hätte und wir trotzdem 3:2 gewonnen hätten. Gefühlsmäßig war das krass, auch mit den Fans. Solche Siege sind selbst für Spieler, die schon lange dabei sind, Wahnsinn. Diese Gefühlsausbrüche erlebt man im normalen Leben sonst gar nicht. Ich war erst einmal froh, meinen ersten Einsatz für Oberhausen zu haben. Richtig daran geglaubt, dass wir noch gewinnen, habe ich ehrlich gesagt nicht. Ein Unentschieden hätte mir gefühlt schon gereicht. Dass ich dann noch in gewisser Weise Anteil daran hatte, war super. Am Ende war es ein perfekter Tag.
Wo siehst du deine Stärken als Innenverteidiger?
Ich bin schon eher der spielerische Innenverteidiger, mag es aber auch, Zweikämpfe zu führen, vor allem am Boden. Ähnlich wie unsere Kette das macht, verteidige ich gerne nach vorne. Glücklicherweise bin ich auch nicht ganz so langsam. Wenn ein Stürmer hinter die Kette kommt, kann ich ihn ab und zu noch einholen. Grundsätzlich versuche ich, viel flach zu lösen und im besten Fall im richtigen Moment auch mal einen hohen Ball einzustreuen, denn nur Klein-Klein ist manchmal auch gefährlich. Ich würde mich als fußballerisch gut ausgestattet und zweikampfstark beschreiben.
Am Samstag kommt der 1. FC Bocholt ins Stadion Niederrhein. Was für einen Gegner erwartest du?
Eine Mannschaft mit hoher individueller Qualität, das wird definitiv nicht einfach. Bocholt ist immer ein bisschen schwer einzuordnen, weil sie ein Wochenende super spielen und am nächsten dann 3:4 verlieren. Die ganz große Konstanz ist noch nicht da. Das gilt aber fast für alle Mannschaften. Gerade Bocholt kann an einem guten Tag jeden schlagen, darauf müssen wir uns gefasst machen. Ich bin aber guter Dinge, dass wir eine gute Leistung zeigen, weil wir momentan so gefestigt sind. Wenn man dann auf einen eher ungefestigten Gegner trifft, sollte das auf dem Papier gut gehen. Aber jedes Spiel beginnt bei 0:0. So einfach wie am vergangenen Wochenende wird es nicht. Nicht weil Paderborn generell schwach ist, das war einfach ein guter Tag von uns. Es wird sehr eng und ich hoffe, dass wir unsere Serie fortführen können.
