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Mittwoch, 21.10.2026 13:21 Uhr

Als die NRW-Legenden in Oberhausen „kalte Füße“ bekamen

Andreas Beinstingel steht auf echten, ehrlichen Fußball. Schicki-Micki braucht er nicht. Vielleicht auch deshalb ist der 58-Jährige seit seiner Kindheit Anhänger von Rot-Weiß Oberhausen. Beim NRW-Traditionsmasters ist er Fan der ersten Stunde. Klar, dass er auch bei der Jubiläumsausgabe am 3.01.2027 in der Westenergie Sporthalle in Mülheim wieder am Ball ist.

„Das Format des Turniers war für meinen Vater und mich von Anfang an der Hammer“, blickt Beinstingel auch heute noch gerne auf die Premiere des NRW-Traditionsmasters im Januar 2006 zurück. „Ich kann mich noch sehr gut an das allererste NRWTraditionsmasters erinnern, das damals in der Arena Oberhausen stattfand, die mittlerweile über die König-Pilsener-Arena in Rudolf-Weber-Arena umbenannt wurde“, erklärt Beinstingel. Was ihm neben den Kabinettstücken der NRW-Legenden besonders in Erinnerung geblieben ist, war der technische Aspekt, dass sich die Spieler praktisch auf (in Wirklichkeit nicht ganz so) dünnem Eis bewegten. „Das war zu der Zeit auch die Spielstätte der Revier Löwen, unserer Eishockey-Mannschaft aus Oberhausen. Spannend fand ich, dass die Fußballarena quasi auf der Permanent-Eisfläche errichtet wurde“, erklärt das engagierte Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Und fügt augenzwinkernd an: „Dank isolierender Sandwichplatten bekamen die Kicker aber höchstens kalte Füße, wenn es gegen RWO ging.“

Denn als gebürtiger Oberhausener waren und sind natürlich die Kleeblätter „sein“ Team. „Erfreulicherweise konnten die Jungs das Turnier dann auch mehrmals gewinnen“, erinnert sich Beinstingel, der später besonders gerne „RWO-Fußball-Gott“ Mike Terranova spielen sah. „Durch meine begeisterten Erzählungen von diesem einzigartigen Turnier konnte ich noch etliche Freunde von mir gewinnen, die dann – wie ich auch – mit ihren Vätern mitgekommen sind. In den letzten Jahren sind wir mit bis zu 20 Leuten losgezogen. Treffpunkt war immer der Sterkrader Bahnhof am frühen Sonntagmorgen. Von da aus ging es dann mit der Straßenbahn zur Mülheimer Halle. Dabei waren Fans aus allen Lagern, blau-weiß oder rot-weiß – in den Farben getrennt, aber in der Sache vereint. Spaß haben, Bierchen mit Mettbrötchen genießen und viel Fußball und Fachsimpelei“, schwärmt Beinstingel.

Durch Marcus Uhlig und die anderen aktuellen Verantwortlichen geht es bei uns im Verein nun deutlich professioneller zu. RWO macht wieder Spaß. Es interessieren sich wieder zunehmend mehr Menschen in Oberhausen für unseren RWO
Andreas Beinstingel


Begeistert ist er auch von der aktuellen Entwicklung rund um Rot-Weiß Oberhausen. „Durch Marcus Uhlig und die anderen aktuellen Verantwortlichen geht es bei uns im Verein nun deutlich professioneller zu. RWO macht wieder Spaß. Es interessieren sich wieder zunehmend mehr Menschen in Oberhausen für unseren RWO“, sagt Beinstingel. „Die Chancen, in die 3. Liga aufzusteigen, sind so groß wie lange nicht. Auch wenn es natürlich noch ein ganz langer Weg ist: In der 3. Liga in der kommenden Saison vielleicht wieder gegen Rot-Weiss Essen oder den MSV Duisburg, Fortuna Düsseldorf oder Alemannia Aachen zu spielen, das wäre natürlich großartig nach diesen vielen Jahren, in denen wir in der Regionalliga West feststecken.“

Den letzten Aufstieg in die 2. Liga in der Saison 2007/08 hat er zusammen mit seinem Vater im Stadion Niederrhein erlebt. Inzwischen geht er mit seinem Schwiegersohn „zum Platz“. „Und das ist dann immer auch eine Zeitreise für mich. In welchem Stadion sonst kannst du noch 100 Jahre alte Stufen erklimmen, um auf die Tribüne zu kommen? Das Stadion Niederrhein zu modernisieren, ohne seinen Charakter aufzugeben, das ist genauso wichtig wie ein Aufstieg“, findet Beinstingel. „In Oberhausen ist Fußball nicht gestriegelt und gegelt, sondern greifbar, wie er früher einmal war. Mir ist klar, dass es ein Spagat zwischen erfolgreichem Fußball und dieser Nostalgie geben muss. Aber hier fühlst du noch, wie die Menschen zu den ganz erfolgreichen Zeiten in den Bäumen saßen.“

Genau diese Nähe will er auch am 3.01.2027 beim NRW-Traditionsmasters wieder einatmen und spüren. „In den Farben getrennt, aber in der Sache vereint: Lasst uns noch einmal alle zusammen ein Fußballfest in Mülheim feiern“, freut sich Beinstingel bereits. „Auch wenn Wehmut dabei sein wird: Wir Oberhausener werden noch mal alles geben.“

Informationen zur Veranstaltung

Spielort: Westenergie Sporthalle Mülheim / An den Sportstätten 6 / 45468 Mülheim a.d.R.

Zeiten: Sonntag, 3. Januar 2027

Einlass: 11 Uhr Beginn: 12 Uhr

Teilnehmer: 1. FC Köln (Titelverteidiger) FC Schalke 04 VfL Bochum Rot-Weiss Essen MSV Duisburg Rot-Weiß Oberhausen SG Wattenscheid 09 Mülheim ALL STARS

Eintritt: Vollzahler: 17,- EUR Ermäßigt: 13,- EUR (Schüler, Studenten, Rentner, etc.) (Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt, jedoch ohne Sitzplatzanspruch)

Vorverkauf: Online unter www.wir-lieben-tickets.de